Kunst – Nahrung für die Seele

Auf der Biennale 2017 in Venedig. Eine eher alternativ gekleidete, jugendlich wirkende Dame schlendert mit ihrer fünfjährigen Enkelin durch die Giardini. Beim Österreich Pavillon und den Installationen von Erwin Wurm haben sie besonders viel Spaß. Die Kleine posiert im Caravan aus den 70er Jahren, während die Oma erklärt, was es da alles zum Ausprobieren gibt. Mich berühren die Beiden auf besondere Weise. Der Spaß, den sie miteinander haben und das Band, das sie verbindet, ist deutlich zu spüren.

Wie wunderbar, wenn bereits Kindern der Zugang zu Kunst und Kultur ermöglicht wird. In unserer digitalisierten Welt braucht es den direkten Kontakt mit jenen Erfahrungen, die emotionales Erleben ermöglichen. Kinder staunen gern und sie teilen dieses Staunen voll Freude mit anderen.

Kinder lieben Farben, sie sind offen für Bilder und Skulpturen, sie lassen sich gern begeistern. Viele Fragen tauchen auf, wenn sie mit Kunst konfrontiert sind. Und sie haben feine Ohren. Ihre Aufnahmefähigkeit für Musik, z.B. im Rahmen eines Konzertes, ist enorm. Kinder brauchen es ebenso, dass ihnen die Augen für die Wunder der Natur geöffnet werden, sie Bäume beklettern, Steine erklimmen, Bäche durchwaten, stolpern und fallen dürfen. Mit allen Sinnen wahr zu nehmen und damit die Intuition zu schulen stellt eine wesentliche Kompetenz in unserer immer komplexer werdenden Welt dar.

Wann haben Sie das letzte Mal Zeit mit Ihren Kindern, Enkeln, Neffen oder Nichten verbracht und sind bewusst in Natur, Kunst oder Kultur eingetaucht? Vielleicht ist es wieder einmal an der Zeit, sich und Ihren Lieben ein solches Erlebnis zu ermöglichen. Denn was zählt letztendlich mehr als jene geteilten Erfahrungen, an die wir uns mit Begeisterung erinnern und die uns miteinander verbinden?