Aufbruch zur Freude

„Vor den Erfolg haben die Götter die Freude gesetzt.“ Dieses Zitat verdanke ich meiner Kollegin Beate Rissbacher vom Rhetorikclub Innsbruck. Sie hat am vergangenen Dienstag den Abend zum Thema Freude mit viel Begeisterung moderiert und es hat allen Anwesenden sichtlich gutgetan, über die Freude in ihrem Leben zu erzählen.

Ein wesentliches Erlebnis, das ich mit dem Thema Freude verbinde, war folgendes: Vor vielen Jahren gab es eine Phase in meinem Leben, in der ich vor einer wichtigen Entscheidung stand. Es ging damals darum, mich entweder von etwas zu lösen, das nicht mehr zu mir passte oder darin verhaftet zu bleiben. Salvador Dali sagte einmal: „Viele Menschen ziehen ein bekanntes Elend einer unbekannten Chance vor.“ Dies wollte ich auf keinen Fall, doch spürte ich auch die Angst vor der Veränderung und dem Unbekannten in mir.

Ich besuchte zu jener Zeit einen Physiotherapeuten und Osteopathen, der mich wegen Nackenverspannungen behandelte. Nach einer solchen Behandlung stellte er mir jene Frage, die mein weiteres Leben verändern sollte: „Wie viel Freude empfindest du wirklich momentan in deinem Leben?“ Ich spürte die Wirkung dieser Worte fast körperlich und nahm die Frage mit mir. Es erschütterte mich zutiefst, zugeben zu müssen, dass mir die Freude in meinem Leben fast abhandengekommen und stattdessen ein Funktionieren eingetreten war. Die für mich charakteristische Lebensfreude war zu einem Schatten ihrer selbst verkümmert.

Es dauerte nicht lange. Plötzlich sah ich glasklar. Ich wusste, dass, wenn ich die notwendigen Schritte nicht setzte, ich mehr und mehr darunter leiden würde. Sie schließlich doch zu tun, war eine der wichtigsten Entscheidungen meines Lebens. Es eröffnete sich dadurch eine neue Welt für mich. Die Freude wurde zu einer konstanten Begleiterin und sie weitet nach wie vor täglich mein Herz.

Heute stelle ich diese Frage jenen Menschen, die zu mir in die Beratung kommen und ich stelle sie jetzt auch IHNEN: „Wie viel Freude empfinden Sie momentan in Ihrem Leben?“

Sollte es hier noch Potenzial geben, dann laden Sie dieses wichtige Gefühl wieder mehr in Ihr Leben ein. Tun Sie Dinge, die Sie nähren und die Ihnen Spaß machen. Halten Sie im Alltag öfters inne und machen Sie sich bewusst, dass das Leben ein Geschenk ist. Wir sind nicht hier, um es abzuarbeiten, sondern darum, mehr und mehr Freude an unserm Dasein zu empfinden. Freuen Sie sich an jenem, das Ihnen tagtäglich gelingt und vermitteln Sie die Freude den Menschen, mit denen Sie zu tun haben. Der Erfolg wird Ihnen Recht geben.

(Die abgebildete Skulptur finden Sie im Botanischen Garten von André Heller in Gardone/Gardasee.)