Auf die innere Stimme hören

Kennen Sie das? Sie bewältigen Ihre Aufgaben perfekt, Sie sind erfolgreich und leistungsstark, Sie haben Vieles von dem erreicht was Ihnen immer wichtig war. Sie genießen materielle Sicherheit, haben rege gesellschaftliche Kontakte, ein harmonisches  Familienleben, zahlreiche Hobbies und dennoch ist da diese ungestillte Sehnsucht, die in ruhigen Minuten, in Krisenzeiten aber auch in Stress-Situationen auftaucht. Ungefragt  meldet sich die Seele mit einem dumpfen Gefühl, einer undefinierbaren Melancholie oder nicht einzuordnenden Wut und signalisiert: „Hör in dich!“

Nun ist es ja nicht gerade up to date, dieser inneren Stimme zu folgen, in einer Zeit, die vorrangig auf Pflichterfüllung, Funktionieren und Leistungsfähigkeit fokussiert. Trotzdem kann es sich lohnen. Warum? Weil es elementar für das persönliche Wohlbefinden ist, das Gespür für sich selbst wieder zu erlernen und auf diese innere Stimme zu hören.

Wenn wir bedenken, dass psychische Krankheiten am Arbeitsplatz in den letzten Jahren um ein Vielfaches zugenommen haben, wird die Dringlichkeit einer Werte-Veränderung bewusst. Den Menschen in seiner Ganzheit, in seiner körperlichen, geistigen und seelischen Dimension gilt es wieder vermehrt in´s Blickfeld zu rücken – auch in den Unternehmen.

Wie geht es Ihnen, wenn es still um Sie ist? Wenn Sie allein für einige Tage in einer abgelegenen Hütte in der Natur verbringen müssten? Würde Ihnen das gut tun oder würden Sie es aufgrund des Lärms, der aus Ihrem Inneren auftaucht, nicht aushalten? Wenn Sie sich ehrlich dieser Frage stellen, wird die Antwort schon für Sie Wesentliches widerspiegeln.

Es ist nicht immer einfach für uns, wirklich ehrlich zu uns zu sein, mit ein wenig Abstand und Wohlwollen bewusst auf uns und unser Leben zu schauen und uns die wesentlichen Fragen zu stellen:

Wer bin ich wirklich?

Wohin gehe ich?

Welche Verantwortung trage ich?

Was will ich in dieser Welt bewirken?

Was will ich, dass von mir bleibt?

Es ist nicht einfach…doch wenn wir uns diesen Fragen nicht stellen, werden sie vielleicht eines Tages ganz ungeschminkt vor uns stehen und Antworten einfordern.  Je früher wir aber in gutem Kontakt mit uns, unseren Wünschen, Ängsten und Sehnsüchten sind, desto transparenter können wir auf das blicken, was uns wirklich bewegt.