Als Führungskraft verpflichtet zu Lob und Kritik?

Es ist ein Grundbedürnis, das tief in uns wurzelt: Gesehen, wahrgenommen und anerkannt zu werden. Der bekannte Transaktionsanalytiker Claude Steiner benannte bereits vor Jahrzehnten 5 Ge- und Verbote im Umgang mit Anerkennung, denen wir unbewusst folgen und die an Aktualität nichts verloren haben. Diese Richtlinien sind gesellschaftlich geprägt und werden von Generation zu Generation weiter gegeben. Sie lauten:

  1. Gib keine Anerkennung.
  2. Bitte nicht um Anerkennung.
  3. Weise ungerechtfertigte Kritik nicht zurück.
  4. Lobe dich nicht selbst.
  5. Nimm Anerkennung nicht an.

 

Immer wieder überraschend ist, wie stark auch Führungskräfte diese unbewussten Regeln beherzigen. Dadurch verzichten sie auf eine wesentliche Motivationsquelle, die nebenbei auch die emotionale Bindung an das Unternehmen beeinflusst. Würden wir diese Ge- und Verbote nun umformulieren, dann könnte das für Führungskräfte lauten:

  1. Gib den Mitarbeiter/inne/n verbale und emotionale Anerkennung. Lobe sie für konkrete Handlungen. Vermittle ihnen aber auch, dass du sie als Menschen schätzt.
  2. Ersuche deine Mitarbeiter/innen um Rückmeldung.
  3. Gib deinen Mitarbeiter/inne/n die Chance, auf eventuell ungerechtfertigte Kritik zu reagieren.
  4. Gib dir selbst Anerkennung für deine Tätigkeit als Führungskraft.
  5. Gib deinen Mitarbeiter/inne/n die Möglichkeit, das Positive am Unternehmen aufzuzeigen, den Kolleg/inne/n und dir Anerkennung zu geben und gemeinsame Erfolge zu feiern.

 

Mit dem Thema Lob und Kritik bewusst und sorgsam umzugehen und Raum dafür zu schaffen bedeutet, auch bei großer Arbeitsbelastung Stress zu reduzieren, einem Burnout vorzubeugen und gemeinsame Projekte mit mehr Energie verfolgen zu können.